5 vor 12

Es war Dienstagabend und nur noch wenige Stunden bis zu meinem Flug raus aus Perth nach Cairns an die Ostküste. Um 4Uhr am nächsten Morgen sollte mich ein Shuttle Bus zum Flughafen bringen. Check-In um 5Uhr und Start um 6Uhr. Während der letzten Tage hatte ich noch einige Sachen zu erledigen. Ich musste meinen gesamten Papierkram auf Vordermann bringen, alles aussortieren was ich nicht unbedingt braucht, alle meine Pay Slips vom Jobbüro besorgen, eine Hose in die Reinigung bringen und eine andere reparieren. Ich musste alle meine Klamotten waschen und neu in meinen Rucksack einsortieren, die warmen und langen nach unten und die kurzen und luftigen ganz nach oben. Außerdem hatte ich auch ein Päckchen mit Souvenirs, Büchern und einer Foto-DVD per Seepost an Hause geschickt. Es waren immerhin satte 2,5kg die ich nicht mit mir herum schleppen musste, doch das hatte auch seinen Preis. Für dieses Paket habe ich satte 37$ löhnen müssen, hätte ich es per Luftpost geschickt wäre es locker das Doppelte gewesen. Vorsichtshalber habe ich den kompletten Inhalt einen Müllbeutel gewickelt, da ich schon von einigen gehört habe, dass während der bis zu 3monatigen Reise die Pakete ordentlich nass werden können. Nach der langen Arbeitsphase war ich ziemlich im Eimer und so hatte es mich am Freitag nach nur 5Bier schon ins Bett getrieben. Als ich am nächsten Morgen aufwachte und mich unter die Dusche schleppte, realisierte ich erstmals, dass ich alle Zeit der Welt hatte, weil ich ja nicht mehr arbeiten gehen musste. Es war mein erstes komplett freies Wochenende seit guten 2Monaten, Wahnsinn!!!! Wenig später musste ich allerdings auch feststellen, dass so ein ganzer Tag ziemlich langweilig werden kann, wenn man nicht wirklich etwas zu tun hat. Ich musste mich wahrscheinlich erstmal wieder an das Leben eines Reisenden gewöhnen. Am Sonntagabend ging ich mit in paar anderen aus dem Hostel in die benachbarte Bar und zu feiern. Leider machten die Temperaturen von knapp über dem Gefrierpunkt uns einen Strich durch die Rechnung und so zogen wir uns kurz vor Mitternacht wieder in unser Hostel zurück. Der Montag bracht keine große Abwechslung.
Alles was mir also noch übrig blieb, war mein gesamtes Leben wieder in meine zwei Rucksäcke zu quetschen und abzuwarten, was wohl die Ostküste für mich bereithielt.

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