Das Leben auf der Kartoffelfarm

Es war kalt, und ab und zu hörten wir eine Maus, wie sie sich mit leisen Kratzgeräuschen ihren Weg durch das Zimmer bahnte. Ohne wirklich viel geschlafen zu haben quälten wir uns am nächsten Morgen gegen 6:30Uhr aus dem Bett. Die Glieder waren steif von der Kälte. Wir schaufelten unser Müsli in uns hinein und schmierten uns Brote für die Mittagspause. Anschließend fuhren wir zusammen mit den Mädels in ihrem Ford zur Arbeit. Dafür brauchten wir ca. 30Minuten. Bei einer großen Halle mit angrenzendem Lager, in dem sich schon endliche Kisten mit Kartoffeln stapelten, stiegen wir aus. Mittlerweile war auch Gordon mit seiner Frau Ann angekommen. Sie öffneten die großen Tore und zum Vorschein kam eine ca. 20Meter lange Kartoffelsortiermaschiene. An der wir die nächsten Tage arbeiten sollten. An einer Seite der Maschine wurden die Behälter, die insgesamt ca. 1 Tonne Kartoffeln fassten, entleert. Über ein Förderband gelangten die Kartoffeln zur ersten Station, wo Steine und anderer Dreck herausgelesen wurde. An der zweiten Station, wurden dann die schlechten Kartoffeln aussortiert. Zum Schluss trennte die Maschine die nach Kartoffeln noch nach ihrer Größe auf. Diese fielen dann wieder in unterschiedliche Stählbehälter mit einer Klappe am Boden. Per Gabelstapler wurden diese Behälter angehoben, und ein großer Sack unterhalb der Klappe angebracht. Die Klappe wurde geöffnet und die Kartoffeln fielen in den Sack. Anschließen wurde der Sack gewogen und mit Zetteln versehen, die Auskunft über Größe und Art der Kartoffeln gaben. Anschließend wurden sie in das Lager gefahren. Nach 10 Stunden war man durch den fielen Dreck der sich in hoher Konzentration in der ganzen Halle und in der Luft verteile ordentlich schmutzig. Danach ging es nach Hause, endlich duschen und etwas essen. Leider hatten wir in Adelaide nicht genug eingekauft, und so mussten wir die nächsten Tage auf extremer Sparflamme leben.
Es war der nächste Tag, ich war gerade dabei an der ersten Station die Steine herauszulesen, als plötzlich die Maschine anhielt. Arne hatte war mit seiner Schaufel in eine Kette geraten und diese hatte sich daraufhin verklemmt. Gordon hielt uns nochmals den Vortrag über Sicherheit am Arbeitsplatz, denn er uns schon am Tag davor gehalten hatte. Wir schworen Besserung. Ungefähr 2 Stunden später stoppte die Maschine erneut. Ich schaute mich um sah Luca hinter der Maschine mit wedelnden Armen hervorkommen. Er hatte versucht mit einem Besenstiel eine Kartoffel, die sich verklemmt hatte, herauszuholen. Doch die Maschine erfasst den Stiel und zog den halben Besen mit hinein. Die Maschine stand daraufhin ca. 45Minuten still. Man konnte Gordon seinen Ärger ansehen. Diesmal hielt er aber nur Luca eine Standpauke. Die nächsten Tage liefen ohne besondere Ereignisse ab.
Endlich war Wochenende und wir hatten auch etwas zu feiern, denn Luca hatte seinen 20.Geburtstag. Wir  begossen dies mit Bier und Wein, den uns wiederum die Mädels zur Verfügung stellten. Die Temperaturen stiegen endlich wieder etwas an, und so konnten wir am nächsten Tag ordentlich ausschlafen. Nach dem Mittag ging es dann nach Kingscote zum Einkaufen. Im örtlichen Foodland kauften wir zu dritt für ca. 250$ ein. Dies musste dann aber auch wieder bis zum nächsten Wochenende reichen, denn früher würden wir nicht wieder in einen Ort kommen, in dem man so ausgiebig einkaufen kann. Außerdem gab es da auch eine Tankstelle mit Erdgas. Wir wuschen unsere Wäsche, verschickten ein paar SMS, denn man hatte nur an bestimmten Orten auf Kangaroo Island empfang, und checkten unsere Emails.
Am Samstagabend erfuhren wir, dass wir am Sonntag doch nicht arbeiten mussten, und so konnten wir nicht nur wieder ausschlafen, sondern auch noch einen kleinen Trip unternehmen. Wir schauten uns Western River Cove, Snellingsbeach und Stockes Bay an. Allesamt wunderschöne und einsame Strände an der Nordküste, und nur über staubige Feldwege mit ordentlich Wellblech zu erreichen. Alle boten wunderschöne teils weiße, teils felsige Strände an denen außer uns kein Mensch weiter war.

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