Didgeridoo

Hast Du ein Problem damit, dass Du schnarchst? Problem gelöst: Kauf Dir ein Didgeridoo! Nein, Garantien darauf, dass das Spielen dieses Instruments schnarchen für immer „heilt“, gibt es natürlich nicht. Allerdings existieren einige, teilweise recht konkrete Hinweise darauf, dass durch diese Form von besonderem Training des Atmens sowie der Mund- und Hals-Muskulatur das Schnarchen deutlich eingeschränkt werden kann.

Dass das Didgeridoo teilweise auch noch als phallisches Sinnbild herhalten muss, sollte an dieser Stelle jedoch lieber außen vor bleiben. Zumindest würden die Aboriginal People diese Idee vermutlich weit von sich weisen. Das war sicher nicht ihr leitender Gedanke, als sie dieses Musikinstrument, was meist über eine Länge von einem bis zweieinhalb Metern verfügt, vor ungefähr 2.500 bis 3.000, möglicherweise sogar schon vor mehr als 40.000 Jahren, erfunden haben.

Aus was besteht ein Didgeridoo?

Das inzwischen am häufigsten genutzte Material zur Herstellung eines Didgeridoos ist ein Eukalyptus-Stamm. Früher aber auch teilweise noch heute dien(t)en bearbeitete Stämme von Bambus und Pandanus für diese Instrumente. Für touristische Zwecke, immerhin bringt ein gut aussehendes und vorzugsweise auch klingendes Didgeridoo ein paar Hundert Euro, wird auch Teakholz ausgehöhlt und verarbeitet.

Wer etwas anspruchsloser ist oder es einfach erstmal ausprobieren möchte, ist mit deutlich preiswerteren Materialien wie einem Rohr aus Pappe, Kunststoff oder auch Glas ebenso gut bedient. Selbst zwei ineinander gesteckte Teile eines Regenfallrohres können ein Didgeridoo ergeben. Es sieht dann zwar nicht so aus, klingt aber ähnlich. Die Klangqualität bemisst sich jedoch nach der Schwingfähigkeit des Materials dieses Musikinstrumentes. Je nach Wahl des Materials, Sorgfalt der Verarbeitung und natürlich der Intensität der Pflege wird es also klingen.

Das Äußere des Instruments

Natürlich möchte das Auge auch etwas von einem so besonderen Instrument haben. Denn nicht nur der Klang ist recht markant, sondern ebenso die darauf oftmals befindlichen Malereien und sonstigen Darstellungen. Interpretationen, was die Bildnisse bedeuten, wie sie zustande kamen und warum sie in welcher Form heute noch genutzt werden, gibt es unzählige. Eine besagt, dass das wichtigste Ausdrucksmittel der Aboriginal People die darstellende Kunst war, denn die Schriftform war weitestgehend unbekannt.

Um also mündliche Absprachen irgendwie verbindlich zu fixieren, wurden sie zum Beispiel in Form von Malereien abgebildet. Auf Didgeridoos finden sich oftmals religiöse Symbole, die vorzugsweise in Erdfarben aufgebracht werden. Auch Punkte und Striche, denen in ihren Anordnungen besondere Bedeutungen zukommen, werden verwendet. Ebenso wie figürliche Darstellungen von Mensch und Tier; je nachdem, in welcher Region das Instrument hergestellt oder auch nur bemalt wurde. Heute werden die Bemalungen auf den Didgeridoos meist nurnoch zu touristischen Zwecken genutzt.

Spielen eines Didgeridoos

Das Mundstück eines DidgeridoosUm ein Didgeridoo zu spielen, ist eine so genannte Zirkularatmung notwendig. Dadurch werden dauerhaft Töne und Rhythmen erzeugt, ohne zwischendurch hörbar ein- und auszuatmen. Zirkularatmung bedeutet, dass die Luft aus dem Mund gedrückt wird und gleichzeitiges Einatmen durch die Nase erfolgt.

Auf diese Weise entstehen keine Pausen in der Tonerzeugung. Die Lippen, der Kehlkopf und das Volumen des Mundes spielen bei der Erzeugung verschiedener Klänge und Effekte eine entscheidende Rolle. Ebenso wie die Stimme und damit bestimmte Laute oder kurze Wörter, die der Spieler während des Herausdrückens der Atemluft von sich geben kann. Ein Didgeridoo wird im Sitzen oder in der Hocke gespielt, so dass das Ende, aus dem die Atemluft austritt, auf dem Boden liegt.

Da dieses Instrument in erster Linie dazu dient, Tanz und Gesang rhythmisch zu begleiten, steht es dem Spieler natürlich frei, die durch seinen Atem erzeugten Laute durch Klopfgeräusche mit den Fingern auf dem Didgeridoo zu ergänzen.

Von der Pflege bis zur Dekoration

Die Pflege eines Didgeridoos richtet sich stets nach dem verwendeten Material. Es bedarf sowohl der äußeren als auch der inneren Behandlung des Instruments. Der außen glatte und Wasser abweisende Bambus verfügt in seinem Inneren über eine recht weiche und anfällige Fläche. Eine innere Versiegelung bietet sich also unbedingt an. Diese kann zum Beispiel mit flüssigem Bienenwachs, das bei drehender Bewegung durch das Didgeridoo gegossen wird, erfolgen.

Da die Atemluft durch das Mundstück in das Instrument gelangt, sollte das Wachs, oder auch Leinöl, vom Mundstück eingegossen werden, so dass dieser Bereich auf jeden Fall geschützt ist. Die gleiche Behandlung kann man Didgeridoos aus Eukalyptusholz zukommen lassen. Für die Außenfläche bietet es sich an, mit einem weichen Tuch Hartwachs aufzutragen, es ein paar Stunden ruhen zu lassen und anschließend zu polieren. Beim Lagern des Instruments sollte grundsätzlich unbedingt darauf geachtet werden, dass es trocken steht oder bestenfalls liegt. Ein Regal oder Haken an der Wand eines trockenen Raumes leisten hier sehr gute Dienste. Zudem kann es auf diese Weise zwischen den Spielphasen gleich noch der Dekoration dienen.

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