Es wird Winter

Was für eine Arschkälte! Nach einem Tag in den Grampians sind wir heute Abend in Port Fairy und somit wieder am Meer gelandet, wo uns ziemlich kalter Wind den Kopf durchbläst. War es im Gebirge noch schön schwülwarm, scheint hier der Herbst vor der Tür zu stehen. Um die Sache erträglicher zu machen, leisten wir uns einen Campingplatz mit heißer Dusche, unter der Robin bereits seit einer Stunde steht.
Ich gebe zu, dass ich ein bisschen knatschig bin, denn die Great Ocean Road, die gleich um die Ecke beginnt, bei Wind und Wetter zu fahren, ist natürlich großer Mist. Ausgerechnet wenn ich hier bin, ist für die nächsten Tage Regen angesagt.
Dafür hatten wir heute – entgegen der Prognosen – feines Sommerwetter und beste Aussichten. Beim Frühstück im Nationalpark hüpfte gegenüber im Wald ein Känguru den Hang hinunter, und wenig später kamen uns zwei knallerote Sittiche besuchen, die sich in aller Ruhe auf dem Tisch nach brauchbarem umschauten und sich dann von Robin mit Cornflakes füttern ließen. In den Grampians nahmen wir anschließend alles mit, was der Nationalpark zu bieten hat: Lookouts, eine kleine 5-Kilometer-Wandertour, einen Abstecher zu den Balconies (einer Formation überhängender Felsen) sowie diverse Wasserfälle. Auf den Terrassen der Fish Falls turnten wir verbotenerweise etwas herum, während die McKenzie-Wasserfälle zu gut besucht waren für solche Späße. Die Grampians sehen aus, als ob jemand vor Urzeiten einen Klumpen flüssigen Sandsteins in die ansonsten platte Landschaft gekleckst und dann einmal grob mit der Spachtel darüber gestrichen hätte. Von Westen her steigen die Felsmassive langsam an, und bilden eine fast glatt polierte Fläche. Im Osten fallen sie fast senkrecht ab. In den Grampians wachsen Pflanzen, die ich sommers für viel Geld in der Gärtnerei kaufe und auf dem Balkon züchte; Strohblumen beispielsweise, blaue Gänseblümchen und Kap-Margeriten.
Nun sitzen wir also in Port Fairy, und das Studium des städtischen Werbeflyers ergab, dass man hier Vögel beobachten und einen Rundgang durchs historische Stadtzentrum machen kann. Nichts gegen ein relaxtes Tagesprogramm, aber wenn man diese Highlights mangels passenden Wetters nicht wenigstens mit einem halben Strandtag kombinieren kann, wird mir das selbst in meiner momentanen Tiefenentspannungsphase zu langweilig. Also: Erst mal heiß duschen und ab in den Schlafsack. Unsere Nachtruhe folgt inzwischen einem größeren Ziel, denn, wie uns bei unseren Einkäufen bei Coles (eine weit verbreitete Supermarktkette) stets aktuell verkündet wird: Noch 38 Mal schlafen bis Weihnachten!

{ 2 comments… read them below or add one }

Sophie November 20, 2008 um 15:24

Bei uns in Süddeutschland soll es ja am Wochenende schneien – also kein Mitleid wegen des nicht ganz so perfekten Wetters von meiner Seite 😉 lieber eine Runde Mitleid für alle, die nicht in Australien sein können 🙂

Antworten

Robin November 24, 2008 um 05:29

Tja, hier ist das kalte Wetter aber nicht halb so witzig 🙂

Antworten

Leave a Comment