Gehen oder bleiben?

Es regnete und Arne und ich waren mal wieder auf Jobsuche. Wir druckten neue Lebensläufe und Standorte von Job Offices aus und machten uns auf den Weg. Unterwegs wurden wir mehrmals von heftigen Schauern überrascht, und bevor wir überhaupt das erste Job Office erreichten, entschieden wir uns zu unserem Auto zu laufen die Wege nicht zu laufen, sondern abzufahren. Auf dem Weg zum Auto stießen wir auf ein Job Office das wir nicht kannten. Wir gingen hinein und bewarben uns. Natürlich mussten wir wieder unendlich viel Papierkram erledigen aber sie machten uns gute Hoffnung, dass sie etwas für uns finden würden. Der Regen dauerte an und wir entschieden uns, die Jobsuche sein zu lassen.
Es war mal wieder Wochenende und Arne wurde immer träger und versank in Selbstmitleid über seine derzeitige Situation. Kein Job, nur noch 7Wochen in Australien und keinen Spaß, das waren seine Gründe für seine Entscheidung in einer Woche zurück nach Deutschland zu fliegen. Zugegeben, mich hat das tierisch angekotzt. Schon seit Wochen war er zu nichts wirklich zu gebrachen, es war als ob er sein Gehirn komplett abgeschalten hätte. Er war zu nichts mehr zu motivieren, war durcheinander und zerstreut. So gesehen war ich über seine Entscheidung, Australien vorzeitig zu verlassen, gar nicht so böse.
Am Sonntag, nachdem ich allein alle Hostels in der Umgebung abgeklappert hatte, um nach Jobs zu suchen und neue Verkaufsschilder für unser Auto aufzuhängen, konnte ich ihn abends gerade noch überreden mit ins Kino zu kommen.  Der Film „The Love Guru“ war absolut genial. Sogar Arne mit seiner mürrischen Laune musste lachen. Wenn ihr die Chance habt, dann schaut euch den Film unbedingt an. Zurück im Hostel fragte man uns, ob wir noch in die Disko gleich nebenan gehen wollten. Wir stimmten zu.  „The Shed“ war Disko und Biergarten in einem. Es war zwar sehr kalt, aber unzählige gasbetriebene Heizlüfter sorgten für angenehme Temperaturen. Ich genoss ein Guinness für 8,50$ und wollte mir selbst in den Hintern beißen, als ich später erfuhr, dass es auch Biere für 4$ gabt. Naja, das nächste Mal *grml*. Ein Großteil der Bewohner unseres Hostels war da und wir lernten uns besser kennen. Selbst bei Arne kam wieder Freude auf. Irgendwann sagte er zu mir: „Wenn das so weiter geht und wir auch noch nen Job bekommen bleibe ich vielleicht doch noch länger hier.“. Meine Güte, ist der Kerl wankelmütig. Die Party endete Punkt 12Uhr, dann wurde die Musik abgestellt und die Security drängte die Leute Richtung Ausgang. In Deutschland wäre so was nicht vorstellbar. Es war so gegen 1Uhr als wir ins Bett gingen.

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