On the road

Seit Dienstag sind wir mit unserem Camper unterwegs. Robin sagt, er liegt auf der Straße wie eine Schrankwand, aber er steuert ihn souverän durch den Linksverkehr. Er hat sich auch schnell an die vertauschten Armaturen gewöhnt und betätigt nicht mehr den Scheibenwischer, wenn wir abbiegen wollen. Ich sitze daneben und lese Karte, was wider Erwarten noch nicht zu größeren Katastrophen geführt hat.
Der Camper ist ein knuffiger weißer Mitsubishi und noch fast neu. Innen riecht er wahlweise nach Ananas, Soya-Soße oder Keksen, je nachdem, was wir gerade zerdrückt oder verschüttet haben. Das Gefährt hat alles, was man unterwegs so braucht, von Schlafsäcken über einen zweiflammigen Gaskocher bis zur Käsereibe und diversen anderen Küchenutensilien, von denen ich nicht weiß, wann wir sie je benutzen sollen.
Von Sydney aus führte unser Weg am Dienstag zunächst in die Blue Mountains, die etwa 60 Kilometer westlich der Stadt beginnen. Das Gebirge hat seinen Namen von dem blauen Dunst, der es ständig umgibt. Laut Reiseführer handelt es sich um ölhaltige Ausdünstungen von  Eukalyptusbäumen.
Von Normal Null arbeiteten wir uns hoch auf über 1000 Meter und nutzen den Nachmittag für einen Marsch zu einem Aussichtspunkt (wall lookout), der seinem Namen alle Ehre machte. Der Weg endete auf einem Felssporn, von dem aus wir hinunter (weit hinunter) in einen Canyon aus rotem Sandstein blicken konnten.
Die erste Campernacht verbrachten wir frierend in den Blue Mountains – wir hatten nicht ausreichend bedacht, dass es im Gebirge etwas frischer sein könnte als in Sydney und bruzelten unser Abendessen in Wollpullover und Wetterjacke.

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