Perth

Perth ist die Metropole an der australischen Westküste und auch gleichzeitig die Hauptstadt von Western Australia. Mit ihren 1,4Millionen Einwohnern ist sie mit Abstand die größte Stadt im Umkreis von mehreren tausend Kilometern und beherbergt unglaubliche 70% der Gesamtbevölkerung Western Australias. Aber dennoch ist sie kein Vergleich mit den Großstädten an der Nord- und Ostküste. Das Zentrum mit den Wolkenkratzern kann man innerhalb weniger Minuten bequem zu Fuß durchqueren. Alles ist sehr gepflegt und die Parkanlagen sind großzügig angelegt und über die komplette Stadt verteilt. Die vielen Vororte laden mit unzähligen kleinen Läden zum bummeln und entspannen ein. Der Swan River teilt die Stadt in eine Nord- und ein Südhälfte.
Da wir aber gerade angekommen waren, hatten wir keine all diese Sachen zu genießen. Unser erster Weg führte uns ins Informationszentrum. Dieses lag mitten in der riesigen Einkaufmeile. Wir besorgten uns Informationen über Hostels und Job-Offices, sowie eine Karte der Stadt. Nach einem besuch bei Hungry Jacks versuchten im Vorort Northbrigde einen Parkplatz finden. Gar nicht so einfach. Wir klapperten eine gute handvoll ab und entschieden uns letztendlich für das Bambu Backpackers auf der Aberdeen Street. Ein sehr kleines Hostel, das aber mit einer geringen Nähe zum Zentrum, kostenlosem Internet und Frühstück lockte. Der Preis für ein 6Bettzimmer lag mit 25$ leicht über dem Durchschnitt. Wir waren geschafft und hundemüde. Eine heiße Dusche trieb die Kälte aus unseren Knochen und das miese Wetter aus unseren Gedanken. Wir gingen schlafen und stellten unseren Wecker auf kurz für 3Uhr, denn wir wollten das Fußballendspiel auf keinen Fall verpassen. Um 3Uhr saßen wir also zusammen mit einem Holländer in der eiskalten Küche und schauten uns das Spiel an. Was für eine Enttäuschung! Deutschland verlor gegen Spanien verdient mit 0:1. Eine unglaublich schlechte Vorstellung der deutschen Nationalelf. Hätte ich das geahnt wäre ich in meinem warmen Bett liegen geblieben.
Am nächsten Morgen führte uns unser erster Weg in ein Internetcafe, denn wir hatten mal wieder einige Lebensläufe sowie eine Karte mit Jobagenturen auszudrucken. Zu Fuß ging es dann ins Zentrum, da hier die meisten ansässig waren. Wir hatten wenig Erfolg, denn der Großteil der Agenturen beschäftigte sich erst gar nicht mit Backpackern. Wir kamen uns mal wieder wie Ausgestoßene vor. Sobald wir durch die Tür traten vielen die Blicke auf uns und man konnte deutlich immer wieder die gleiche Frage in den Gesichtern lesen „Was wollen die denn hier?“. Wir waren den ganzen Tag unterwegs und konnten gerade mal 3 oder 4 Lebensläufe verteilen. Bei keinem einzigen Mal hatten wir das Gefühl, wirklich etwas erreicht zu haben.
Am zweiten Tag wieder das gleiche Spiel. Diesmal nahmen uns allerdings die Hostels und das Internet vor. Dabei hingen wir auch gleich überall die Verkaufsanzeigen für unser Auto mit auf. Die Internetsuche ergab ein paar interessante Ergebnisse, doch überall mussten wir unsere Bewerbungen online verschicken, und aus Erfahrung wussten wir, dass nur in den seltensten Fällen überhaupt eine Antwort zu erwarten war. Bei der Durchsuchung der Hostels stießen wir ebenfalls auf einige interessante Jobangebote. Doch jede Nachfrage endete immer mit der gleichen Antwort: „Wir melden uns bei euch.“. Gedeutet werden kann das ungefähr so: „Wir haben nichts für euch und rufen euch auch deshalb nicht zurück.“. Es klingt seltsam ist aber wirklich so. Australier sind anscheinend nicht in der Lage klare Absagen zu erteilen. Wenn man auf Nachfrage, ob man den Job bekommen kann, nicht sofort eine Zusage bekommt, dann bedeutet das, dass man den Job höchstwahrscheinlich nicht bekommen wird. Die Aussage: „We will give you a call!“ ist als gleichzusetzen mit einer Absage. Und diesen Satz hatten wir schon sehr oft gehört.
Der dritte Tag begann mit einer Überraschung, uns hatte tatsächlich jemand zurückgerufen. Wir sprangen in unser Auto und düsten Richtung Fremantle.

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