Segeln in den Whitsundays

Wie geplant war ich um 8Uhr am festgelegten Treffpunkt. Kurze Zeit später wurden wir von einem der 3Crewmitglieder der Derwint Hunter (eine blonde Kanadierin) eingecheckt. Gemeinsam ging es dann zu unserem Schiff. Unsere Schuhe mussten wir, bevor wir das Boot betraten abgeben, um unschöne Kratzer an den Holzblanken zu vermeiden. Dann ging es auch schon los. Langsam verließen wir den Hafen und eine frische Brise wehte uns um die Ohren. Es war wolkig, aber sehr angenehm. Wir bekamen einige Instruktionen, wie wir uns an Board zu verhalten hatten. Duschen durfte jeder Passagier nur ein Mal am Tag für nur 1Minute. Untergebracht war ich zusammen mit 2deutschen Mädels und einem Holländer in einer Kabine, die ca. 1,5Quadratmeter Stehfläche bot. Der Einstieg zu den Betten war sehr sehr klein aber wenn man einmal lag, war es relative bequem. Und so machten wir uns also auf die Whitsundays zu besegeln.
Nach dem Mittagessen stand Schnorcheln auf dem Programm. Wir bekamen unser Ganzkörper Stinger Suits, Maske, Schnorchel und Schwimmflossen verpasst. Nach einer kurzen Instruktion ging es ins kühle nass. Wie man es von dem Great Barrier erwarten konnte, wimmelte es von Fischen und Korallen und allen Formen und Farben. Ein Crewmitglied befand sich in einem Schlauchboot immer in unserer Nähe, um eventuelle Fragen zu beantworten, die Fische mit Fischfutter anzulocken und uns bei Bedarf wie an Board zu bringen. Den restlichen Tag segelten wir durch die glasklaren, blaugrünen Gewässer dieser wunderschönen Inselgruppe. Während man segelte gab es nicht sonderlich viel zu tun, und so waren alle damit beschäftigt sich untereinander besser kennen zu lernen. Am Abend ankerten wir in einer geschützten Bucht und beobachteten den Sonnenuntergang.
Am nächsten Tag setzten wir Segel in Richtung des berühmten White Haven Beach. Dieser Strand, so sagte man uns zumindest, soll zu den Top 10 der schönsten Strände der Welt gehören. Wir durchquerten eine sehr raue Passage zwischen zwei Inseln, die Wellen schüttelten das Schiff kräftig durch, doch ein war ein riesen Spaß. Kurz darauf ankerten wir vor einer Insel und setzten mit dem Schlauchboot über Nach einer kurzen Buschwanderung und nassen Grüßen vom Wettergott erreichten wir eine Anhöhe, von dem aus man White Haven Beach sehen konnte. Der Sand an diesem Strand war weiß wie Schnee und so fein wie nirgendwo sonst auf der Welt. Darum benutzte die NASA ihn auch, um den Spiegel des Hubble Space Telescopes damit zu schleifen. Das Wasser schimmerte von in allen nur denkbaren Grün- und Blautönen. Eine kleine Flussmündung, die von beiden Seiten mit Mangroven bewachsen war, führte in Innere der Insel. Leider war das Wetter nicht sonderlich berauschend und ein strahlend blauer Himmel hätte der Kulisse sicherlich noch einen Hauch mehr Klasse gegeben, doch auch so war der Anblick atemberaubend. Wir hatten ca. 2Stunden Aufenthalt an diesem Strand und vertrieben uns die Zeit mit Schwimmen, Frisbeespielen und Fotos knipsen. Danach ging es zurück an Board, wir setzten Segel und wenig später schnorchelten wir zum zweiten Mal. Die Nacht verbrachten wir wiederum in einer geschützten Bucht. Man erklärte uns die Sternbilder, unsere Segelroute, wie die Inseln zu ihrem Namen kamen und Tier- und Pflanzenwelt der Gegend.
Am letzten Tag schnorchelten wir zum dritten Mal bevor wir Segel Richtung Airlie Beach setzten. Jeder von den 15Passagieren hatte den Trip sichtlich genossen und war nicht sonderlich glücklich darüber, das Schiff wieder verlassen zu müssen. Mir ging es genau so.
Gegen 15.30Uhr legten wir in Airlie Beach an, wir verabschiedeten uns voneinander und ich machte mich zurück zu meinem Hostel, wo ich mein Gepäck gelagert hatte. Ich checkte noch schnell meine Mails und dann war es auch schon soweit, mich zur Busstation zu begeben. Pünktlich kurz vor 6Uhr nahm ich meinen Platz im Bus ein. Wir verließen Airlie Beach in Richtung untergehender Sonne. Ihre Strahlen tauchte die Stadt in ein letztes warmes Licht. Vor mir lag eine 12Stunden Busfahrt in der ich kaum ein Auge zugemacht habe.

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