Time to say goodbye: Teil 2 und 3

In den vergangenen Tagen war unglaublich viel passiert. Ich hatte einen Tag frei, da ich mir einen Job suchen musste. Ich meldete mich also wieder beim Staff Rite Job Office und fragte nach, ob sie nicht irgendwas für mich hätten. Sie versprachen sich so bald wie möglich wieder zu melden. Mein nächster Weg führte mich in die umliegenden Reisebüros, da ich mich über Flugpreise nach Cairns und nach Neuseeland informieren wollte. Die Preise nach Cairns lagen alle bei ca. 400$ und die nach Neuseeland und zurück bei ca. 870$. „Ziemlich viel Geld.“, dachte ich mir und versuchte es noch ein letztes Mal in einem Reisebüro (Flight Centre), die ziemlich viel Werbung im australischen Fernsehen machten. Nach einer langen Diskussion über die günstigste Flugroute hatte ich schließlich einen Flug nach Neuseeland für unglaubliche 762$ buchen können. Ich würde am 25.November um 6Uhr morgens in Melbourne starten, einen Zwischenstopp in Brisbaine einlegen, und schließlich irgendwann um 15Uhr Ortszeit in Christchurch landen. Insgesamt würde ich 18Tage in Neuseeland verbringen, bevor ich dann am 12.Dezember, über Melbourne, zurück nach Perth fliegen würde. Dort könnte ich noch einmal 4Tage verbringen, bevor mein Flieger mich am 16.Dezember zurück in die Heimat bringt. Den Flug nach Cairns Ende September oder Anfang Oktober hatte ich zunächst erstmal außen vor gelassen.
Am gleichen Abend rief mich auch schon Staff Rite an. Sie hatten einen Job für eine Firma namens „Cleanaway“ für mich. Ich sollte da mal wieder so eine Art Hausmeister spielen, aufräumen, eine hilfreiche Hand geben und so weiter. Es waren zwar nur 18$ die Stunde aber ich sagte zu.
Auch für unser Auto hatten sie zwei deutsche Interessenten gefunden. Nach ausgiebiger Befragung, Probefahrt und eines weiteren Tages Bedenkzeit machten sie mir letztendlich ein Angebot. 2500$ Bar auf die Hand und sie würden das Auto wie gesehen nehmen. Mir brach es das Herz, und den Geldbeutel, doch die Zulassung lief aus und wollte keinen weiteren Cent in das Auto stecken. Letztendlich schlug ich ein. Ein paar Tage später berichteten sie mir, dass sie für die Zulassung des Autos auf ihren Namen und die Registrierung in Western Australia nach mal über 1000$ investieren mussten. Zugegeben, ich konnte mir in diesem Moment ein Lächeln nicht verkneifen. Nachdem ich mich mit den Jungs noch ein paar Stunden auf der Zulassungsstelle um den Papierkram gekümmert hatte, war es dann auch soweit mich von dem treuen Reisegefährten zu verabschieden. Er hatte uns viel Geld und Nerven gekostet, doch letztendlich hatte er uns immer dahin gebracht wo wir hinwollten. 16000km quer durch Australien: Melbourne, Great Ocean Road, Adelaide, Kangaroo Island, Flinders Ranges, Oodnadatta Track, Ayers Rock, Olgas, Kings Canyon, Alice Springs, Darwin, Broome und schließlich Perth. Ein letzter Gruß und ein Dankeschön von mir an dieses „abenteuerliche“ Auto, ich würde es sicherlich niemals vergessen.
Da wir kein Auto mehr hatten, mussten Arne und ich von da also mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu unseren Jobs kommen. Aber ganz egal wo das auch war, der Nahverkehr in Perth ist sehr gut ausgebaut und man gelange für wenig Geld immer dahin wo man hinwollte. Dies lag unterem auch an der sehr guten Internetseite der öffentlichen Verkehrsmittel von Perth (www.transperth.com.au). Hier konnte man einfach seine Ausgangs- und Zieladresse eingeben und schon wurde einem eine Reihe von Verbindungen aufgelistet, die sehr detailliert beschrieben waren.
Meine Arbeit bei Cleanaway, der städtischen Müllabfuhr von Perth, lief zufrieden stellend. Die Leute waren nett und ich konnte jeden Tag 9,5Stunden arbeiten. Da es im Hostel leider nichts mehr für mich zu tun gab, war ich auf der Suche nach einer anderen Wochenendarbeit und wurde schließlich ebenfalls bei Cleanaway fündig. An meinem ersten Wochende konnte ich Samstag von 6Uhr morgens bis 18Uhr abends arbeiten. So arbeitete ich also in meiner ersten Woche insgesamt 59Stunden und hatte den Sonntag frei. Das Geld brauchte ich dringend, denn wollte eine gewisse Summe ansparen um meine restliche Zeit in Australien finanzieren zu können ohne wieder arbeiten zu müssen. Bis dahin war es aber noch ein langer Weg, denn ich hatte noch einige sehr teure Aktionen geplant und die Flüge nach Cairns und Neuseeland mussten auch bezahlt werden. Ich hoffte, dass ich noch einige Wochen und Wochenenden mehr bei Cleanaway arbeiten konnte um die Zielsumme so schnell wie möglich zu erreichen.
Bei Arne war in der Zwischenzeit alles beim Alten geblieben. Er arbeitete weiterhin auf der Baustelle und hatte sich dann doch entschlossen einen Flug nach Brisbaine zu buchen, um in den letzten Wochen, die er hier in Australien war, noch die Ostküste zu bereisen. So kam es also, dass wir uns an einem Freitagabend voneinander verabschieden mussten. 6Monate waren wir zusammen unterwegs gewesen, viel hatten wir erlebt, viel Gutes aber auch viel Schlechtes. Aber letztendlich hatten wir alles gemeistert. Unsere anfängliche Reisegemeinschaft hatte sich also endgültig aufgelöst. Einerseits war es schade, aber andererseits war es auch an der Zeit, denn man schon innerhalb der letzten Monate gemerkt, dass die Interessen doch immerweiter auseinander gingen.
Ich bedanke nochmals bei Luca und bei Arne, dass sie mich begleitet hatten und wünsche ihnen alles Gute für ihren weiteren Weg. In Deutschland würden wir uns sicherlich wieder sehen.
Ich setzte meinen Weg vorerst allein fort und blieb meinem Plan, bis Ende September in Perth zu arbeiten, treu.

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