Und wieder aus dem Paradies geworfen

Wir hatten gerade den 5.Tag hinter uns gebracht. Alles lief super, dachten wir zumindest. Beim Abendessen fragte mich Luca, wie wir es denn jetzt mit unserem Auto machen sollten. Er schlug vor es nach Perth zu fahren und da zu verkaufen. Ich sagte, dass ich das jetzt noch nicht wüsste, erstmal wollte ich den Pearlingjob hier erledigen und dann entscheiden was weiter passiert. Er schaute mich an und sagte, dass er mit dem Farmmanager gesprochen hätte und dass wir in zwei Tagen ausgeflogen würden. Ich traute meinen Ohren nicht. Wie konnte das sein? Wir kamen mit jedem zurecht und arbeiteten hart. Was war also der Grund? Ganz einfach, es gab keine weitere Arbeit für uns. Ich sprach ebenfalls mit dem Farmmanager und er bestätigte, dass wir gute Arbeit leisten würden aber es gab einfach nichts zu tun für uns. Er wollte uns aber auf jeden Fall weiterempfehlen und versuchen andere Jobs bei Paspaley für uns zu finden, vielleicht könnten wir auch irgendwann nach Kuri Bay zurückkommen. Unsere Stimmung wechselte schlagartig von super happy zu einer verzweifelten Fassungslosigkeit. Der Farmmanager meinte, dass wir nach Darwin gehen sollten um uns da erneut bei Paspaley zu bewerben. Dort würden mit unserer Erfahrung und seiner Empfehlung auf jeden Fall einen Job bekommen. Das machte uns trotzdem nicht glücklicher, denn wie die Vergangenheit uns gelehrt hatte, ist in Australien nichts sicher. Und noch weniger ist auf die Versprechen oder die Aussagen von irgendwelchen Leuten hier verlass. Was sollten wir jetzt tun? Nach Darwin fahren und hoffen da wieder vermittelt zu werden? Wie lange würde das dauern? Nach Perth fahren und da einen Job zu suchen? Man hörte immer wieder, dass es sehr einfach wäre gut bezahlte Jobs in Perth zu finden, besonders im Winter, da sich da nur wenige Backpacker aufhielten. Würden wir uns für Perth entscheiden, dann  müssten wir auf jeden Fall noch Geld in unser Auto stecken, denn alle vier Reifen waren extrem abgefahren.
Luca wollte nach Perth, da das Auto verkaufen und dann nach Darwin fliegen um wieder einen Pearlingjob zu bekommen. Arne wollte ebenfalls nach Perth, aber er wollte fliegen. Ich war mir nicht sicher aber mir schien es auch das Klügste zu sein nach Perth zu gehen um da einen zu suchen. Wieder zurück nach Darwin wollte ich nicht unbedingt, da ich nicht glaubte in naher Zukunft da einen Job zu bekommen.
Nach dem ich den Vertrag bei Paspley unterschrieben hatte, hatte ich begonnen mal Pläne für die restliche Zeit hier zu machen, doch die konnte ich wieder alle vergessen. Zum x-ten Mal fingen wir wieder bei Null an.

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