Was zum Abschluss noch alles schief gehen kann

Die Tage vergingen schnell. Es gab nicht viel zu tun und die Leute in dem Hostel waren alle super freundlich. Der Abschied viel nicht leicht, aber es musste weitergehen. Meine Campingsachen hatte ich bis auch die Luftmatratze wieder verkaufen können und das gab mir noch etwas Taschengeld. Mein Auto gab ich planmäßig und ohne Beanstandung wieder ab. Außerdem nutzte ich noch ausgiebig das Gratisangebot an heißer Schokolade und den kostenlosen Shuttle Service zum Flughafen. Übrigens: Die  Campervan- und Autovermietung Packpacker, Maui und Britz, welche zusammenarbeiten, kann ich nur wärmsten empfehlen. Die Auto sind in einem sehr guten Zustand, das Personal ist freundlich und der Service ausgezeichnet.
Am Flughafen checkte ich dann am Jet Star Schalter ein. Ich hatte zwei Flüge an diesem Tag, einmal von Christchurch nach Melbourne und einmal von Melbourne nach Perth, beide mit Jet Star. Doch die Dame am Schalter wollte mich auch auf Nachfrage hin nicht gleich für beide Flüge einchecken und meinen großen Reiserucksack nach Perth schicken (scheiß Billigflieger). Das hieß, ich musste dann in Melbourne meinen Rucksack wieder in Empfang nehmen, komplett auschecken, meinen ganzen Krempel mit mir herumschleppen und dann wieder einchecken. Aber gut, es gibt Schlimmeres. Bei einer weiteren Ticketkontrolle fragte man mich, ob ich denn die Steuern bezahlt hätte? „Welche Steuern?“, fragte ich. Man erklärte mir, dass bei Jet Star die Steuern (welche Steuern genau habe ich vergessen) nicht mit im Ticketpreis enthalten waren. So musste ich wieder in einem kleinen Stadt der Neuseeland Bank noch satte 25$ Steuern abdrücken nur um dann einen kleinen Aufkleber auf mein Ticket zu bekommen und um mich wieder anstellen zu können. Als ich dann wieder an der Reihe war, wurde ich endlich durchgelassen 8scheiß Billigflieger). Im Flugzeug nach Melbourne musste ich leider im Gang sitzen und nicht am Fenster wie ich es eigentlich mag, das hatte Folgen. Wie ein richtiger Mann sitze ich nämlich gern breitbeinig und so ragte mein Knie eine Winzigkeit in den Gang. Prompt rauschte doch eine Stewardess mit ihrem Wagen volle Kanne gegen meine Kniescheibe. Während ich mir vor Schmerzen das Knie hielt und leise vor mich hin fluchte, schob sie ihren Wagen einfach weiter (scheiß Billigflieger). In Melbourne dann die üblichen, strengen Kontrollen, wenn man aus dem Ausland einreisen will. Ein Sicherheitsbeamter checkte meine Einreisekarte und warf mir einen misstrauischen Blick zu.

Der darauf folgende Dialog:

Sicherheitsbeamter: „Sie kommen gerade aus Neuseeland?“
Ich: „Ja.“
Sicherheitsbeamter: „Und sie bleiben nur 4Tage in Australien?“
Ich: „Ja.“
Sicherheitsbeamter: „Warum?“
Ich: „Was geht dich das am?“, dachte ich mir und sagte: „Es sind die letzten Tage meiner Reise.“
Sicherheitsbeamter: „Haben sie einen Schlafplatz für heute Nacht?“
Ich: „Ja, in Perth.“
Der Sicherheitsbeamter wurde sichtlich misstrauischer und ich sichtlich genervter.
Sicherheitsbeamter: „Wie kommen sie denn nach Perth?“
Ich zog, wie immer wenn ich genervt bin, meine rechte Augenbraue nach oben.
Ich: „Ich habe ein Ticket.“
Anscheinend sichtlich beeindruckt von meiner Augenbraue zückte er schließlich seinen Stempel, und winkte mich durch. Haha, wie heißt es doch so schön: „Eine Augenbraue sagt mehr als tausend Worte.“. Oder zumindest so ähnlich.
Als nächstes stand dann die Quarantänekontrolle an. Diesmal erwartete mich eine weibliche Sicherheitsbeamtin, die mich wieder misstrauisch über den Rand ihrer Brille anschaute, die sie auf ihrer Nasenspitze trug.
Sicherheitsbeamtin: „Führen sie irgendetwas mit sich, dass nicht nach Australien eingeführt werden darf?“
Ich: „Nein.“
Misstrauischer Blick über ihren Brillenrand.
Sicherheitsbeamtin: „Gar nichts?“
Ich: „Nein.“
Sicherheitsbeamtin: „Obst oder Gemüse?“
Ich: „Nein.“
Sicherheitsbeamtin: „Essen aus dem Flugzeug?“
Ich: „Nein.“
Sicherheitsbeamtin: „Schokolade oder Lollis ?“ (ja, sie sagte Lollis)
Ich: „Nein.“
Misstrauischer Blick über ihren Brillenrand.
Sicherheitsbeamtin: „Was haben sie gemacht in Neuseeland?“
Ich: „Ich hab mir das Land angesehen.“
Sicherheitsbeamtin: „Wo waren sie überall?“
Ich erklärte die Reiseroute.
Sicherheitsbeamtin: „Waren sie Campen?“
Ich: „Ja.“
Sicherheitsbeamtin: „ Dann würde ich gern ihr Zelt und ihre Schuhe sehen, ob sie irgendwelchen Dreck, Pflanzen oder Tiere eingeschleppt haben.
Ich wurde immer genervter, behielt aber meine Augenbraue bewusst unten.
Ich: „Ich habe kein Zelt“, und zeigte meine Schuhe, die selbstverständlich sauber waren.
Sicherheitsbeamtin: „Sie waren Campen aber kein Zelt?“
Ich: „Nein, das habe ich in Christchurch verkauft.“

Ich setzte ein Lächeln auf. Der misstrauische Blick blieb aber auch sie winkte mich schließlich durch. Das ganze hat ordentlich Zeit in Anspruch genommen aber was macht man nicht alles um sein Land zu beschützen. Ich schleppte meine ganzen Sachen einmal quer durch den Flughafen zum nächsten Jet Star Schalter. Ich schaute aus dem Fenster und das Wetter  war mies. Es regnete ich Strömen und es waren nur 16Grad. Am Schalter angekommen sagte man mir, dass ich erst in guten 1,5Stunden für den Flug einchecken könne. Schon zwei Wochen vorher hatte man mir mitgeteilt, dass mein Flug eine Stunde später starten würde als geplant (scheiß Billigflieger). So schleppte ich mein Zeug wieder durch Gegend, ging etwas Essen und lauschte der Live Blasmusik, die mitten auf dem Flughafen Weihnachtsmusik spielte. Schließlich schleppte ich meine Sachen wieder zum Jet Star Schalter. Diesmal checkte aber die Dame sagte mir, dass der Flug noch mals 2,5Stunden Verspätung haben wird. Meine rechte Augenbraue schnellte in die Höhe. Sie zückte ein Essensgutschein in Höhe von 10$ und entschuldigte sich. Juhuuu…ein 10$Essengutschein. Zu blöd, dass ich gerade gegessen hatte und satt war. Während ich mir mentale Arschtritte verpasste, dass ich so früh gegessen hatte, bahnte ich mir meinen Weg durch den Sicherheitscheck. Diesmal ohne Problem. Ich schaute auf die Uhr. Mein Flieger sollte um 23:30Uhr abheben und es war gerade mal 20Uhr. Ich lief durch die Gänge, telefonierte mit meinen Eltern und langweilte mich. Wieder schaute ich auf die Uhr, es war 22Uhr. In Neuseeland wäre es bereits 24Uhr gewesen und daher wurde ich müde. Ich kaufte mir von meinem Gutschein einen Muffin und einen Saft, pflanzte mich in einen Stuhl und wartete. Gegen 23Uhr wurde dann endlich mein Flug aufgerufen und gegen Mitternacht waren wir dann endlich in der Luft. Vom Flug hab ich nicht viel mitbekommen, da ich die meiste Zeit geschlafen hatte. 4Stunden später, gegen 2Uhr Ortszeit (6Uhr Neuseelandzeit) war ich endlich in Perth. Natürlich fuhr um diese Zeit kein Shuttlebus mehr und so teilte ich mir ein Taxi mit einem Engländer. Er hatte zwar ein anderes Ziel aber da ich mich gut auskannte, stieg ich mit ihm zusammen aus und lief das restliche Stück zu meinem Hostel. Wie versprochen fand ich den Schlüssel in einem Umschlag im Briefkasten. Einige betrunkene protestierten, als ich den Brief öffnete aber ich war nicht in Stimmung mit ihnen zu reden und so ließ ich sie einfach links liegen. Gegen 3Uhr lag ich dann endlich im Bett. Doch anscheinend hatte man vergessen mir Bettzeug bereitzulegen und so schlief ich ohne. Es war zwar etwas kalt aber ich war zu müde. 6Stunden später wachte ich auf und stellte fest, dass ich in das besch…. Hostel eingecheckt hatte, in dem ich jemals war. Trotzdem war es mit 24$ die Nacht unglaublich teuer. Naja, die paar Tage würde ich auch noch durchhalten. Ich lief zum Bankautomaten um Geld abzuheben. Unglücklicherweise hatte ich die PIN meiner australischen Karte vergessen. Nach 4falschen Versuchen hat der Automat meine Karte gleich einbehalten. Ich zückte also mal wieder meine deutsche Kreditkarte. Mir war es aber egal, dass meine Australische Kreditkarte weg war, denn ich wollte mein Konto eh in 2Tagen auflösen. Ich kaufte ein, bezahlte die Miete für 4Nächte und ließ mir solche Sachen wie den muffigen Geruch, die dreckigen Sanitäranlagen, die schlechte Küche und alles andere am Arsch vorbeigehen.

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Luca Dezember 16, 2008 um 16:09

Oh man Robin du klingst echt als ob du Australien noch so richtig liebst in deinen letzten Tagen (muss lachen) Bist du telefonisch mal erreichbar ? bin grad in Bangkok… da kommste ja leider nich durch, sonst hätten wir uns ja ma treffen können 🙂

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Dennis April 18, 2009 um 19:39

Hey Robin, tut mir leid das du so viel pech zum ende deiner reise hattest. ich fliege bald mit meiner freundin 🙂 Hoffe es läuft besser!!!! Travel and Work olé!

LG Dennis

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johannes Juli 31, 2012 um 00:11

Ich habe mir innerhalb eines Abends all deine Beiträge durchgelesen und bin fasziniert davon. Ich habe auch vor nach Australien und konnte dank deinen Berichten einiges lernen (hoffentlich). Ich danke dir für deine Arbeit für die ganzen Berichte und bin dankbar darüber. Würdest du im nachhinein sagen, man sollte sehr spontan bleiben oder ist das bessere planen empfehlenswerter. Sollte ich die Routen ungefähr planen und den Rest spontan überlegen? Ich hätte noch einige Frage, wäre klasse wenn du mir vielleicht deine Email Adresse oder Facebook/Twitter ID geben könntest und du so nett wärst die ein oder andere Frage zu beantworten.

Gruß,
Johannes

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