Laaaaaaangweilig

Hmmm…joar….also, wenn ich mein letztes bisschen Grips anstrenge, dass noch verblieben ist, dann würde ich mal schätzen, dass wir jetzt seit 2Wochen in Broome sind. 2Wochen des nahezu absoluten Nichtstuns. 2Wochen in denen man sein Gehirn nur durch das Lesen von englischen Büchern wenigstens etwas beansprucht. Seit 2 Wochen sieht unser Tagesablauf immer gleich aus: 8Uhr aufstehen weil die Sonne ins Zelt scheint. Danach kriecht man aus dem Zelt und begibt sich Richtung Toilette, Druck ablassen. Zum Glück muss ich jetzt nicht mehr mitten in der Nacht raus, dass liegt aber weniger daran, dass sich meine Blase an Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Australien gewöhnt hat, sondern an der Tatsache, dass ich nach 19Uhr nichts mehr trinke. Ich weiß, ich klinge wie ein alter Mann, aber lieber nach einer gewissen Uhrzeit keine Flüssigkeit zu sich nehmen, als nachts sich zunächst mit lautem Geraschel von der Luftmatratze zu erheben, dann den lauten Reißverschluss des Moskitonetzes zu öffnen und wieder zu schließen, dann zur Toilette laufen, sein Geschäft erledigen, zurück laufen, Moskitonetz wieder öffnen und schließen und sich letztendlich wieder lautstark auf die Matratze legen. Aber zurück zum Tagesablauf. Auf dem Rückweg zum Zelt wird der derzeitige Wasserstand am Strand gecheckt, denn Ebbe und Flut setzen ja jeden Tag anders ein. Als nächstes wurde gefrühstückt, entweder Cornflakes oder Nutellabrot und dazu eine Tasse Ovaltine. Dann noch eine Banane, ein Apfel oder eine Orange. Danach geht’s wieder zu den Sanitäreinrichtungen um sich die Zähne zu putzen. Sollte durch Zufall gerade Flut sein, wurde erstmal eine Runde geschwommen. Doch dann setzte auch schon die Langeweile ein. Man schnappte sich ein Buch und suchte sich Schatten um in Ruhe zu lesen. Mein Lieblingsplatz war eine Holzbank mit Tisch, die nur wenige Meter entfernt von unserem Zelt auf einer kleinen Anhöhe stand. Direkt daneben stand ein Baum, der ab ca. 10Uhr ausreichend Schatten spendete um nicht in der Hitze zu verglühen. Auf der anderen Seite der Bank war ein Eisengeländer auf denen man wunderbar seine Füße ablegen konnte während man auf der Bank saß. Direkt vor einem gab es eine kleine Klippe, danach kamen der Strand und dann das Meer. Ein wunderschönes Fleckchen um sich zurückzuziehen und die Ruhe zu genießen. Da verbrachte ich die meiste Zeit des Tages. Zwischendrin ging es mal wieder zum Schwimmen ins Wasser oder in die Stadt zu einkaufen oder ein paar Wege zu erledigen. Am späten Nachmittag, so gegen 15 bis 16Uhr wurde dann gekocht. Da es Winter war, bewegte sich die Sonne bereits um diese Uhrzeit wieder weit im Westen Richtung Horizont. Bis die Sonne endgültig verschwand, hat man entweder noch etwas gelesen oder ist wieder zum schwimmen gegangen. Am Abend fuhren wir dann meistens ins Internet und kauften noch eine 2Liter Flasche Milch, damit wir am nächsten Morgen wieder welche hatten. Je nach dem ging es dann zwischen 20 und 21 Uhr ins Bett. Viel mehr war nicht zu tun. Um etwas Abwechslung in den Alltag zu bringen versuchten wir zum Beispiel zu angeln. Nach vielen erfolglosen Versuchen stellte sich aber auch langsam Frust ein. Und nachdem wir dann auch noch mit anschauen mussten, wie ein Kind nur mit einer Angelschnur, Köder und Hacken bewaffnet einen riesen Fisch aus dem Wasser zog, hatte ich die Schnauze voll.
Sicher, es gibt weit schlechtere Orte an denen man stranden kann, und das klingt alles nach einem tollen Erholungsurlaub, doch es hing eben alles daran, dass wir einen Pearlingjob bekommen würden und mir liegt es einfach nicht alle Hoffnungen auf nur eine Sache zu legen auf die man dann auch nur noch sehr begrenzten Einfluss hat.
Arne hatte in der Zwischenzeit einen Job als Barkeeper gefunden, er musste aber nur zwei oder drei Tage im Monat arbeiten und vorher auch noch einen Lehrgang machen um ein Alkoholausschankzertifikat zu bekommen. Dieses hatte ihn noch mal 85$ gekostet.

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