Was kann man so tun auf Kangaroo Island

Kangaroo Island ist wunderschön und hat vor allem einige der schönsten Strände Australiens, wenn nicht sogar der ganzen Welt zu bieten. Das Klima ist das ganze Jahr über bei weitem nicht so extrem wie auf dem Festland. Besucht man die Insel im Sommer, sind alle Felder und Wiesen braun und ausgetrocknet. Im Herbst beginnt es dann mehr zu regnen und alles wir wieder saftig grün. Die Orientierung fällt einem sehr leicht, von dem nördlichen und südlichen Highway gehen alle größeren Straßen ab. Alles was daneben oder dazwischen liegt ist ungeteert, mit sehr rutschigem Rollsplitt ausgelegt und teilweise mit extremem Wellblech versehen, was das Auto und einem selbst kräftig durchschüttelt. Tankstellen gibt es nur in den größeren Orten. „Groß“ ist hier allerdings relativ zu sehen. Kingscote ist die größte Stadt auf Kangaroo Island ähnelt aber mehr einem Dorf. Aber es bietet einen relativ billigen Foodland um einzukaufen und diverse Tankstellen mit Autogas (gibt es sonst nur noch in Penneshaw zu kaufen). Die Preise sind allerdings schockierend, für Benzin bezahlt man 1,56$ und für Gas 0,96$ pro Liter, also ca. 30% mehr als auf dem Festland. Um unseren wöchentlichen Einkauf zu erledigen mussten wir von unserer Farm 90km bis Kingscote fahren. Trotzdem kamen wir damit noch billiger davon, als wenn wir den Einkauf in einem kleinen Laden in der Nähe erledigt hätten, denn die haben nur eine geringe Auswahl und verlangen noch einmal deutlich mehr.
Um auf die Insel zu kommen bzw. um sie wieder zu verlassen empfehle ich die Kangaroo Island Ferries von Adelaide von Kingscote. Im Gegensatz zu der Sealink Ferrie von Cap Jervis nach Penneshaw verkehrt sie allerdings nur zwei Mal an Tag und benötigt für den Weg 2 Stunden. Dafür muss man sie aber nicht im Voraus buchen und sie ist auch noch ein ganzes Stück günstiger.
Abgesehen von den Stränden, die alle einen Besuch wert sind, kann man noch einige Touristenattraktionen besichtigen. Diverse Leuchttürme rund um die Insel bieten einen fantastischen Ausblick und teilweise geführte Touren. Wenn man den Weg nach Cap Borda über eine Straße übelsten Zustandes findet, kann man bei einer geführten Tour täglich um 12:30Uhr den Abschuss einer Kanone bewundern.
An der Seal Bay kann man sich für 14$ pro Person geführten Touren anschließen und dabei Seehunden beim Sonnenbaden zusehen. Leider hatten wir keine Möglichkeit gefunden, einen Gratisblick auf die Tiere zu werfen und die letzte Tour war bereits beendet. Man braucht aber nicht unbedingt dieses Führungen mitzumachen um die Seelöwen zu sehen, für nur 8$ kann man die Seelöwen auch bei Admirals Arch im Flinders Chase National Park bewundern.
Wofür Kangaroo Island berühmt ist, ist der Flinders Chase National Park. Vor kurzem hat ein gewaltiges Feuer einen Großteil des Parks zerstört. Die wichtigsten Straßen und ein paar Wanderwege waren allerdings schon wieder geöffnet.  Bevor man jedoch in Park darf, muss man sich im Visitor Center anmelden und 8$ pro Erwachsenen zahlen. Biegt man kurz nach dem Center Richtung Süden ab kann man Admirals Arch und die Remarkable Rocks bewundern. Admirals Arch besteht aus einer felsigen Küste auf denen sich einige Dutzend Seelöwen sonnen. Direkt vor der Küste liegen zwei kleine Inseln, die aber nicht betreten kann. Durch hölzerne Laufstege die die Küste herunterführen kann man bis auf wenige Meter an die an die Seelöwen heran.
Die Remarkable Rocks sind eine Ansammlung von kleinen und großen Granitfelsen, die im laufe vieler tausend Jahre durch Erosion bizarre Formen angenommen haben und auf einem steinernen Plato liegen.
In der Nähe von Vivonne Bay findet man die Little Sahara. Hierbei handelt es sich aber um keine echte Wüste, sondern nur um ein paar gewaltige Sanddünen. Von ihrer Spitze aus hat man einen grandiosen Ausblick auf die umliegenden Gebiete. In einem Outdoor Shop bei Vivonne Bay kann man sich für 25$ vier Stunden lang ein Sandboard ausleihen und damit die Dünen herunterrutschen.
Die Kelly Hill Caves sind ein unterirdisches Höhlensystem, benannt nach dem Pferd des Entdeckers. Dieses soll nämlich, der Legende nach, in einen der Eingänge gefallen sein. Die Knochen sollen noch immer an dieser Stelle liegen, doch man hat bis heute weder besagten Eingang noch die Knochen eines Pferdes gefunden. Der Preis pro Erwachsenen beträgt 12$. Wer die Kosten scheut kann auch einen der Wanderwege benutzen, die ebenfalls bei den Höhlen beginnen.
Auf jeden Fall man sich die Hanson Bay anschauen. Diese bietet nämlich den mit Abstand spektakulärsten Strand von ganz Kangaroo Island mit dem feinsten Sand den wir jemals gesehen hatten. Das Wasser war azurblau und lief in kleinen Wellen an dem Strand aus. Etwas weiter draußen dagegen zerbrachen meterhohe Wellen an dem Riff und boten damit den Seehunden ein hervorragendes Jagdrevier. Eingerahmt wurde die Bucht von Steilklippen von denen immer wieder riesige Felsbrocken ins Meer gefallen sind und langsam vom Wasser rund geschliffen wurden. Es war wirklich der mit Abstand schönste Strand den wir bis dahin gesehen hatten.
Ebenfalls wunderschön ist die Snake Lagoon Bucht am Ende des Snake Lagoon Hikes. Am westlichen Ende des Flinders Chase gelegen führt ein schmaler Weg 4km in einem Canyon bis zum Meer. In der Mitte des Canyons fließt der Rocky River, der allerdings am Anfang der Regenzeit nur wenig Wasser führt. Über riesige rund geschliffene Felsplatten bahnte sich ein kleines Rinnsal seinen Weg. Hätte der Fluß mehr Wasser geführt wäre es sicherlich ein eindrucksvollerer Anblick gewesen, vor allem weil sich im Flußlauf auch mehrere sehr kleine Wasserfälle befanden. Schließlich mündete der Fluß in einer kleinen Bucht mit feinem, weißem Sand in das Meer. Links und rechts entlang der Bucht stellen sich große Felsblöcke den Wellen in den Weg die tosend und schäumend an ihnen zerbrechen. Für mich persönlich ist dieser Platz sogar noch einen Tick besser als Hanson Bay, nicht ganz so spektakulär aber abgeschiedenen und wild.

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