Wir sind alle wieder am Anfang

Um 8Uhr fuhr ich Luca zur Arbeit. Nachdem ich ihn abgeliefert hatte fuhr ich zurück zum Campingplatz, Arne war bereits duschen. Der Plan war, den ganzen Tag nach einem Job zu suchen. Doch schon 5min nachdem ich den Campingplatz erreicht hatte, bekam ich eine SMS von Luca. Er schrieb nur: „Komm mal bitte her.“. Ich dachte er hätte etwas vergessen aber auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle kam er mir bereits entgegengelaufen. Natürlich fragte ich was los sei. „Sie haben mich gefeuert!“, war seine Antwort. Ich fragte nach dem Grund. „Sie wollen doch lieber einen haben der studiert hat.“,  sagte er kopfschüttelnd. Auch er konnte es nicht fassen was er da sagte. Er hatte eigentlich das Gefühl einen guten Job gemacht zu haben und wenn ein billiger Backpacker auch das machen kann, was ein wesentlich teurerer Uniabsolvent machen kann, gibt es eigentlich keinen Grund ich nicht einzustellen. Es wäre wesentlich fairer gewesen ihm das bereits am Freitag bzw. am Wochenende zu sagen, denn so hätte er die 180$ Entlohnung nicht fast komplett an einem Wochenende auf den Kopf gehauen. Auf die Frage warum sie ihm nicht eher bescheid gegeben hatten, sagten sie nur, dass sie seinen Lebenslauf nicht gefunden hatten. Eine schwache Ausrede. Wir waren also alle wieder da wo wir vor 4Wochen angefangen hatten. Uns blieb nichts anderes übrig als wieder gemeinsam auf die Suche zu gehen. Wir versuchten es bei allen Ressorts und  Bauunternehmen der Stadt. Dazu kamen noch ein paar Bars, das Grunt Job Office und natürlich wieder die Pearlingfirmen. Wir waren den ganzen Tag unterwegs und verteilten gut 20Bewerbungen aber alle wollten sie uns nur zurückrufen wenn etwas für uns frei wäre, niemand machte uns wirklich Hoffnung. Frustrierend!!! Mittlerweile hatte jeder von uns auch seinen Lebenslauf an die jeweilige Branche „angepasst“, denn alles was in Australien zählt ist, dass man Erfahrung mitbringt. Ich versuchte mein Glück bei einer Motorrad- und Kettensägenreparatur aber die wollten wieder irgendeine Lizenz von mir sehen, von der ich noch nie etwas gehört hatte. Man brauchte anscheinend eine Lizenz, wenn man irgendwelche Maschinen reparieren wollte. Damit viel diese Branche für mich auch flach.
Der Abend endete mal wieder im Hostel bei ein paar Bier.

{ 1 comment… read it below or add one }

Karin Juni 11, 2008 um 16:40

…“denn so hätte er die 180$ Entlohnung nicht fast komplett an einem Wochenende auf den Kopf gehauen“…. aus Erfahrung lernt man 🙂
Wird schon mit Jobs klappen, Geduld, Geduld es klappt schon.
LG Karin

Antworten

Leave a Comment